Die Kohlenstoffblase

Die Kohlenstoffblase („Carbon Bubble“) bezeichnet die aufgeblähte Investitionsblase in fossile Brennstoffe. Sie ist das Ergebnis einer Überbewertung von Kohle-, Öl- und Gasreserven, die nicht berücksichtigt, dass der Großteil dieser Reserven einem hohen Risiko ausgesetzt ist, unverwertbar zu sein.

Die drei folgenden Zahlen helfen die Kohlenstoffblase zu verdeutlichen:

  • 1,5 Grad ist der angestrebte Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur, festgelegt im Pariser Klimaschutzübereinkommen.
  • 325 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid dürfen maximal noch ausgestoßen werden, um diesen Temperaturanstieg nicht zu übertreffen.
  • 2795 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid würden emittieren, wenn alle bekannten fossile Energiereserven von privaten und öffentlichen Firmen und Regierungen verbrannt werden würden (Stand 2011).

Demnach wird eine erhebliche Menge der fossilen Energiespeicher der Brennstoffindustrie nicht mehr verbraucht werden können. Somit werden viele ihrer Reserven als sogenannte gestrandete Vermögenswerte („stranded assets“) stark oder gar ganz an Wert verlieren, da bei der wirtschaftlich ursprünglich angenommen Lebensdauer die nötigen Emissionseinsparungen keine Beachtung fanden.

Sobald diese Wertverluste durch weitere politische Regulierungen, sinkende Kosten erneuerbarer Energieträger, Veränderungen gesellschaftlicher Normen, und mehr spürbare Effekte der Klimakrise eintreten, kann die Kohlenstoffblase zum Platzen gebracht werden und mit einem Dominoeffekt die globalen Märkte erschüttern. HSBC spricht beispielsweise davon, dass 40-60% des Börsenkapitals von Öl- und Gasunternehmen der Carbon Bubble ausgesetzt sind.

Angesehene Expert*innen wie der britische Ökonom Lord Stern, die Internationale Energieagentur, Standard & Poor’s, Forbes, Bloomberg, die London School of Economics und die Smith School der Universität Oxford warnen vor den finanziellen Risiken von Investitionen in fossile Brennstoffe.